Eine SMS-Datenbank mit 15 % inaktiven Nummern fällt bei der Eingabe nicht auf. Sie zeigt sich an der Zustellrate und auf der Rechnung am Monatsende. Eine Mobilfunknummer vor dem Versand zu prüfen heißt, unnötige Kosten auszuschließen, bevor sie sich summieren. Dieser Leitfaden stellt die verfügbaren Methoden vor und sagt, wann sich welche lohnt.

Was ungültige Nummern kosten

Eine SMS an eine inaktive oder falsch formatierte Nummer kostet genauso viel wie eine zugestellte Nachricht. Keine Reaktion, keine Conversion. Die Kostenzeile bleibt dieselbe.

Der Mobilfunkbestand erneuert sich ständig: Laut ARCEP ist die vierteljährliche Kündigungsrate bei Postpaid-Tarifen vom dritten Quartal 2024 (5,0 %) auf das dritte Quartal 2025 (3,8 %) gesunken (Observatoire des services mobiles). Das entspricht etwa 15 % des Bestands auf 12 Monate. Bei Prepaid-Karten erreicht die Rate allein im Quartal 29,5 %. Wer den Anbieter wechselt, nimmt seine Nummer per Portierung mit. Eine ohne Portierung gekündigte Nummer fällt jedoch an den Betreiber zurück und kann an einen anderen Teilnehmer vergeben werden, ohne dass Ihre Datenbank davon erfährt.

Bei einer Liste von 50.000 Kontakten, die seit 18 Monaten nicht geprüft wurde, können mehrere Tausend Sendungen pro Kampagne ins Leere gehen: Bei 15 % inaktiven Nummern verpuffen 7.500 SMS. Sinkt die Zustellrate, aktivieren die Netzbetreiber Filter. Auch spätere Sendungen an gültige Nummern kommen dann schwerer durch.

Wie prüft man in Echtzeit, ob eine Mobilfunknummer aktiv ist?

Die Referenzmethode fragt direkt das Netzregister des Betreibers ab. Das HLR (Home Location Register) ist die Datenbank, die jeder Mobilfunkbetreiber für seine Teilnehmer führt. Sie enthält den SIM-Status und die Portierungsinformationen. Eine Netzwerk-Verifizierungsanfrage antwortet sofort und zeigt, ob die Nummer existiert und noch aktiv ist.

Die Prüfung erkennt nicht vergebene oder deaktivierte Nummern, Portierungen zwischen Anbietern und den Leitungstyp (Mobil oder Festnetz). Sie greift nicht in die Privatsphäre ein: Es wird keine SMS an die geprüfte Nummer gesendet, und der Teilnehmer erhält keine Benachrichtigung. Das interessiert vor allem Rechtsabteilungen, die klären wollen, ob eine solche Prüfung mit der DSGVO vereinbar ist.

Captain Verify bietet diesen Service über API oder per Datei-Import an, mit einer angegebenen Abdeckung von 96 Ländern und mehr als 300 Netzbetreibern. Jede Nummer erhält den Status „gültig“, „ungültig“ oder „unbekannt“ samt zugehörigem Netz. Anders als eine Rückwärtssuche verrät die Methode nichts über die Identität des Inhabers. Sie beantwortet nur die Frage, ob die Nummer jetzt eine SMS empfangen kann.

E.164-Normalisierung: ein oft vergessener Schritt

Vor jeder Prüfung muss die Nummer für Telekommunikationssysteme lesbar sein. Das Format E.164, von der Internationalen Fernmeldeunion (ITU) in der Empfehlung ITU-T E.164 festgelegt, ist der Standard für jeden internationalen SMS-Versand.

Der Aufbau: das Pluszeichen, dann die Ländervorwahl (1 bis 3 Ziffern), dann die Teilnehmernummer ohne Leerzeichen und Bindestriche, insgesamt höchstens 15 Ziffern. Eine französische Mobilnummer beginnt mit 06 oder 07. Die 06 12 34 56 78 wird zu +33612345678: Die Vorwahl +33 ersetzt die führende 0.

Dieselbe Nummer liegt in einer Datenbank oft in 4 oder 5 Schreibweisen vor. Ohne Normalisierung liefern Prüftools falsch-negative Ergebnisse, und SMS-Plattformen lehnen Sendungen ab. Die Bibliothek libphonenumber von Google oder der Import in ein CRM lösen das bereits im Vorfeld.

Wann sollte man die Gültigkeit einer Handynummer prüfen?

Prüfung der Gültigkeit einer Handynummer vor dem SMS-Versand

Idealerweise schon bei der Eingabe der Nummer, dann vor jeder Kampagne und bei einer regelmäßigen Bereinigung der Datenbank.

Bei der Eingabe

Ein Telefonfeld mit angebundener Validierungs-API weist unmögliche Formate und nicht existierende Ländervorwahlen ab, bevor die Nummer in die Datenbank gelangt. Die Korrektur kostet an dieser Stelle fast nichts. Nur hier bleibt die Datenqualität an der Quelle stabil.

Vor jeder Kampagne

Ein Durchlauf über die gesamte Liste findet Nummern, die seit der letzten Kontrolle inaktiv geworden sind. Lag die letzte Prüfung mehrere Monate zurück, kann die Menge der auszuschließenden Nummern erheblich sein.

Regelmäßige Bereinigung

Die Bereinigung der gesamten Datenbank holt nach, was zwischen zwei Kampagnen veraltet ist. Planen Sie einen Durchlauf pro Monat bei vielen Neukontakten und einen alle 6 Monate bei einem stabilen Bestand.

Was die DSGVO zur Speicherung von Telefonnummern sagt

Seit Mai 2018 gilt die DSGVO (Verordnung (EU) 2016/679). Zwei ihrer Grundsätze betreffen eine Nummerndatenbank direkt: die Datenminimierung (Art. 5 Abs. 1 lit. c) und die Speicherbegrenzung (lit. e). Eine Mobilfunknummer darf nur so lange gespeichert werden, wie der Zweck der Erhebung es verlangt. Danach wird sie gelöscht oder anonymisiert.

Für die SMS-Akquise gilt nach Angaben der CNIL eine Höchstdauer von 3 Jahren ab der Erhebung oder dem letzten Kontakt des Interessenten. Ein Klick auf einen Link in einer E-Mail zählt als Kontakt und setzt die Frist neu in Gang. Nach Ablauf der 3 Jahre darf die Organisation den Interessenten erneut ansprechen, um sein Interesse zu bestätigen. Bleibt eine positive und ausdrückliche Antwort aus, sollten die Daten gelöscht oder archiviert werden. Eine Nummer, die seit dieser Zeit niemand geprüft hat, birgt 2 Risiken: Sie erreichen einen früheren Inhaber, der dem Empfang Ihrer Nachrichten nie zugestimmt hat, und Sie speichern personenbezogene Daten über die vorgesehene Frist hinaus.

Verstöße gegen die Grundsätze des Art. 5 fallen unter die höchste Bußgeldstufe des Art. 83 DSGVO: bis zu 20 Mio. € oder 4 % des weltweiten Jahresumsatzes, je nachdem, welcher Betrag höher ist.

Captain Verify verbindet in einem einzigen Vorgang die Prüfung der Netzaktivität und die Erkennung der zu löschenden Nummern.

Häufig gestellte Fragen

Kann man eine Mobilfunknummer kostenlos prüfen?

Einige Tools bieten zum Testen ein begrenztes Kontingent kostenloser Prüfungen an. Darüber hinaus ist die Netzwerk-Verifizierung in Echtzeit ein kostenpflichtiger Dienst, der nach Volumen abgerechnet wird. Die Kosten liegen unter denen einer nicht zugestellten SMS: Bei Kampagnen mit mehreren Tausend Sendungen rechnet sich das schnell.

Wie erkennt man den Netzbetreiber einer Mobilfunknummer?

Die Netzwerk-Verifizierung liefert neben dem Status aktiv oder inaktiv den aktuellen Betreiber der Nummer und ihr Herkunftsland. Sie berücksichtigt Portierungen: Hat ein Teilnehmer den Anbieter gewechselt, erscheint im Ergebnis der neue Betreiber, etwa Orange, SFR, Bouygues Telecom oder Free Mobile. Das hilft, eine Datenbank nach Netz zu segmentieren oder ausländische Nummern in einer angeblich nationalen Liste aufzuspüren.

Funktioniert die Prüfung auch bei Festnetznummern?

Nein. Die Netzwerk-Verifizierung über das HLR-Register gilt nur für Mobilfunkleitungen. Festnetznummern (in Frankreich 01 bis 05) laufen über eine andere Infrastruktur und lassen sich nicht auf dieselbe Weise abfragen. Prüftools erkennen aber den Leitungstyp (Mobil oder Festnetz), sodass sich Festnetznummern herausfiltern lassen, die sich in eine SMS-Datenbank verirrt haben.

Nicolas Forni
Author

Als Gründer von Captain Verify arbeite ich seit 2015 an der Prüfung von E-Mail-Adressen und Mobilnummern. In diesem Blog schreibe ich über Zustellbarkeit, die Hygiene von Kontaktdatenbanken, die Regeln der Mailbox-Anbieter und SMS-Marketing. Konkrete Artikel für Marketingteams, die jede Woche versenden.